Ätzen bezeichnet die Abtragung von Material in Form von Vertiefungen auf der Oberfläche organischer oder anorganischer Materialien durch Anwendung chemischer Stoffe. Ätzverfahren werden in der industriellen Fertigungstechnik sowie in der Kunst und im Kunsthandwerk eingesetzt. Teile die nicht vertieft werden sollen werden zuvor mit einem Abdecklack vor dem Ätzmittel geschützt. Industriell geätzt werden sogenannte ‘Formätzteile’. Dabei handelt es sich meist um kleinteilige Metallteile aus dünnem Material wie z.B. Zahnräder für Uhren. Die Präzision solcher Teile ist außergewöhnlich hoch. Der lichtempfindliche Abdecklack wird dabei entweder über fotografische Filme oder direkt per Laserstrahl belichtet ausgewaschen und die freigelegte Metallfläche entweder vertieft oder komplett weggeätzt. Die Kunst- und Schwertschmiede verwenden zur Verzierung verschiedene Schmiede- und Ätzverfahren zum Damaszieren. Ist das zu ätzende Material nicht vollkommen homogen werden
dabei einzelne Teile stärker angegriffen als andere und es entstehen regelmäßige Muster (Moirées) welche die ursprüngliche Struktur scheinbar homogener Materialien erkennen lassen. Um Messer- und Säbelklingen sowie allerlei Galanteriewaren mit glänzenden Figuren auf mattem Grund zu verzieren (damaszieren) überzieht man die Stellen welche ihre Politur behalten sollen mit einem flüssigen Ätzgrund und setzt das Ganze Dämpfen von Salzsäure aus die sich beim Mischen von Kochsalz und Schwefelsäure entwickeln. Die Gold- und Silberschmiede verwenden die – gegenüber der manuellen Gravur zeitsparenderen – Ätzverfahren um feine Ziselierungen und Muster auf Metallgegenständen zu erzeugen. Auch zur Verzierung hochwertiger Gläser werden Ätzverfahren verwendet (s.u.)