Eine Petschaft ist ein ‘Stempel’ aus einem harten Material, der geeignet ist ein Siegel in eine Siegelmasse (Siegellack etc.) einzudrücken. Sie herzustellen oblag früher einem eigenen Beruf, dem Petschierer.
Die Petschaft (süddeutsch ‘das Petschaft’) ist dabei zu unterscheiden von üblichen (Siegel-)Stempeln für Papier, die das Siegel auf einer gummiartigen Fläche tragen, die über ein Stempelkissen mit Farbe benetzt wird. Anschließend wird solch ein Stempel auf das Papier gedrückt und hinterlässt dort ein Abbild des Siegels.
Bei der Verwendung einer Petschaft gibt es kein Stempelkissen. Eine Petschaft besteht aus einem harten Material in das ein Siegel eingraviert ist. Die Petschaft wird in eine (zuvor aufgetragene) weiche Masse (Wachs warmer Siegellack etc.) gedrückt und hinterlässt dort einen – meist erhabenen – Abdruck des Siegels. Dies kann wie eine Stempelung erfolgen um ein Schriftstück zu siegeln und so seine Authentizität zu garantieren (letztlich über die anerkannte Stellung des Siegelnden); besonders Lacksiegel wurden und werden jedoch oft zum Verschließen verwendet, um unbefugtes Öffnen von vertraulichen Schriftstücken (Briefe Dokumente) zu verhindern.
Der Begriff ‘Petschaft’ selbst ist ein Lehnwort aus den slawischen Sprachen, das russische ‘Petschat’ (ohne f) hat die gleiche Bedeutung dort mit dem gleichen Stamm für drucken (‘petschatat’). Im Kroatischen ist die Bezeichnung als pečat vorhanden, in verbalisierter Form wird von pečatiti gesprochen. Das Hauptwort existiert als pečaćenje. Das böhmische pečet nahm vom mittelhochdeutschen petscheit und petschat durch Lautangleichung die sprachtypische Endung ‘-schaft’ an (im 17. Jahrhundert meist pitschaft geschrieben). Auch im Ungarischen wurde die Bezeichnung aus den slawischen Sprachen entlehnt (pecsét).